Datum: 16.09.2024 10:00

KAT-Einsatz Niederösterreich



Starke, über Tage anhaltende Regenfälle haben Mitte September 2024 für eine Extremlage in weiten Teilen Niederösterreichs gesorgt. Die Wassermassen konnten nicht mehr kontrolliert abfließen, Bäche & Flüsse traten über die Ufer und Dämme brachen. Die Folgen sind verheerend: Gemeinden sind abgeschnitten, ganze Dörfer müssen evakuiert werden, Existenzen werden vernichtet und es gibt leider auch Todesopfer zu beklagen.

 

Hilfe aus ganz Österreich

Die Feuerwehren vor Ort – die Helfer der ersten Stunde – leisten unglaubliches, können der Lage aber alleine nicht mehr Herr werden. Aus ganz Österreich (!) rücken daher weitere Feuerwehren, zusammengeführt als Katastrophen-Hilfszüge, an, um bestmögliche Unterstützung zu leisten.

Als Teil des KAT-ZUG 3 des Bezirksfeuerwehrverbandes Innsbruck-Land erhält auch die Freiwillige Feuerwehr Leutasch am Sonntag, den 15. September den Einsatzbefehl zur Abfahrt in das Katastrophengebiet am Folgetag. Die vorgesehene Ausrüstung wird verladen und nach dem Zusammentreffen mit weiteren Kameraden geht es im Konvoi in das 500 Kilometer entfernte Tulln.

 

Unvorstellbares Schadensausmaß

Dort beziehen die freiwilligen Feuerwehrmitglieder am Abend dann ihre provisorisch eingerichtete Unterkunft am Gelände der Landesfeuerwehrschule. Am nächsten Tag erhalten die Mannschaften am frühen Morgen ihre Einsatzbefehle und rücken in die Einsatzgebiete ab. Dem KAT-ZUG 3 wird die Gemeinde Rust im Tullnerfeld zugeteilt, welche am Vortag evakuiert werden musste.

„Es ist unvorstellbar, auf welches Maß an Zerstörung wir trafen. Nahezu kein Haus war verschont geblieben!“, schildert HBI Alexander Seregdy die Lage vor Ort. Die Feuerwehren Leutasch und Unterleutasch sind mit jener aus Sellrain eingeteilt und arbeiten sich fortan von Haus zu Haus. Pumpen werden in Stellung gebracht, Zugänge geschaffen und die bis unter die Decke gefluteten Räumlichkeiten ausgepumpt.

 

Ablöse kommt

Die am Dienstag begonnenen Arbeiten werden am Mittwoch unter ganzem Einsatz fortgesetzt. Von den 153 erfassten Einsatzstellen des KAT-Zug 3 können bis in die Mittagsstunden 110 vollständig sowie 10 weitere Adressen teilweise erfolgreich abgearbeitet werden. Am Nachmittag treffen dann Kameraden aus Kärnten ein und lösen jene aus Tirol ab.

Für die KAT-Züge aus Tirol geht es dann wieder retour Richtung Heimat. Erschöpft erreichen die Mitglieder dann in den Abendstunden ihre Heimat mit dem Gewissen, den Betroffenen einen Funken Hoffnung gegeben zu haben und sich einmal mehr in den Dienst der guten Sache gestellt zu haben.